Use Case
Mit KI lassen sich ein erster Entwurf für einen Datenschutzhinweis schneller erstellen: Pflichtangaben strukturieren, verständlich formulieren, auf Vollständigkeit prüfen. Den fertigen Datenschutzhinweis sollte im Zweifel eine Datenschutzfachkraft prüfen.
Für wen ist dieser Use Case geeignet?
Dieser Use Case eignet sich für Marketing, HR, Webverantwortliche, Produktteams und alle, die einen Datenschutzhinweis für eine Website, ein Formular, eine App oder eine interne Datenerhebung erstellen oder überarbeiten müssen.
Besonders hilfreich ist er, wenn ein erster Entwurf benötigt wird oder ein bestehender Text klarer und verständlicher formuliert werden soll.
Ausgangsproblem
Datenschutzhinweise müssen gesetzliche Pflichtangaben enthalten und gleichzeitig für Betroffene verständlich sein. Beides gleichzeitig gut zu formulieren ist schwierig — viele Texte sind entweder zu juristisch oder unvollständig.
KI kann helfen, einen strukturierten Entwurf zu erstellen, der Pflichtangaben nach DSGVO berücksichtigt und verständlich formuliert ist. Ob der Entwurf vollständig und rechtskonform ist, muss eine Datenschutzfachkraft beurteilen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Anwendungsfall klären
Beschreiben Sie, wofür der Datenschutzhinweis benötigt wird. Beispiele:
- Website-Datenschutzerklärung
- Datenschutzhinweis bei Kontaktformular oder Newsletter-Anmeldung
- Hinweis bei Bewerbungsunterlagen
- Informationsschreiben bei interner Datenerhebung
Schritt 2: Relevante Verarbeitungen beschreiben
Notieren Sie, welche personenbezogenen Daten erhoben werden, zu welchem Zweck und wie lange sie gespeichert werden. Diese Informationen braucht die KI als Grundlage — ohne sie entstehen nur generische Texte.
Schritt 3: Entwurf erstellen lassen
Bitten Sie die KI, einen Entwurf des Datenschutzhinweises auf Basis Ihrer Angaben zu erstellen. Der Entwurf sollte die wesentlichen DSGVO-Pflichtangaben strukturiert enthalten.
Schritt 4: Entwurf prüfen und ergänzen
Prüfen Sie den Entwurf auf Vollständigkeit und Korrektheit. Achten Sie besonders auf:
- Verantwortliche Person oder Organisation (Name, Adresse, Kontakt)
- Zweck und Rechtsgrundlage der Verarbeitung
- Speicherdauer
- Weitergabe an Dritte (Dienstleister, Auftragsverarbeiter)
- Betroffenenrechte (Auskunft, Löschung, Widerruf)
- Kontaktdaten Datenschutzbeauftragter (sofern vorhanden)
Schritt 5: Von Datenschutzfachkraft prüfen lassen
Im Zweifel — und besonders bei komplexeren Verarbeitungen oder öffentlich zugänglichen Websites — lassen Sie den Entwurf von einer Datenschutzfachkraft oder dem Datenschutzbeauftragten prüfen, bevor er veröffentlicht wird.
Beispielprompt
Erstelle einen Entwurf für einen Datenschutzhinweis auf Basis der folgenden Angaben.
Anwendungsfall:
[z. B. Kontaktformular auf Website, Newsletter-Anmeldung, Bewerbungsformular]
Erhobene Daten:
[z. B. Name, E-Mail-Adresse, Nachricht]
Zweck der Verarbeitung:
[z. B. Bearbeitung von Anfragen, Versand des Newsletters]
Rechtsgrundlage:
[z. B. Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO / berechtigtes Interesse / Vertragserfüllung]
Speicherdauer:
[z. B. 2 Jahre nach Beendigung der Geschäftsbeziehung]
Weitergabe an Dritte:
[z. B. E-Mail-Dienstleister XY als Auftragsverarbeiter]
Sprache: Deutsch
Ton: klar und verständlich, nicht zu juristisch
Aufgabe:
1. Erstelle einen strukturierten Datenschutzhinweis mit allen relevanten Pflichtangaben nach DSGVO.
2. Formuliere verständlich und lesbar, ohne wichtige Angaben wegzulassen.
3. Markiere Stellen, bei denen noch Informationen fehlen oder die ich prüfen sollte.
4. Erfinde keine Angaben.
Wichtig: Dieser Entwurf ersetzt keine rechtliche Prüfung.
Qualitätscheck
Vor der Veröffentlichung prüfe:
- Sind Verantwortliche und Kontaktdaten vollständig?
- Ist der Verarbeitungszweck klar benannt?
- Ist die Rechtsgrundlage korrekt angegeben?
- Sind Speicherdauer und Löschfristen vorhanden?
- Sind Betroffenenrechte vollständig aufgeführt?
- Sind Drittempfänger und Auftragsverarbeiter genannt?
- Hat eine Datenschutzfachkraft den Entwurf geprüft?
Ein Datenschutzhinweis ist ein rechtliches Dokument. KI liefert einen strukturierten Entwurf — die finale Verantwortung liegt bei der verantwortlichen Person und ggf. beim Datenschutzbeauftragten.
Risiken und Grenzen
KI kann Pflichtangaben vergessen oder veraltet formulieren. DSGVO-Anforderungen werden durch Rechtsprechung und Aufsichtsbehörden weiterentwickelt — ein KI-Entwurf spiegelt den aktuellen Stand nicht zwingend vollständig wider.
Wer einen ungeprüften KI-Entwurf veröffentlicht, riskiert fehlende Pflichtangaben, die zu Abmahnungen oder behördlichen Rügen führen können. Im Zweifel Datenschutzfachkraft einbeziehen.
Datenschutzhinweis
Für die Erstellung eines Datenschutzhinweis-Entwurfs müssen in der Regel keine personenbezogenen Daten in die KI eingespielt werden. Es geht um Struktur und Formulierung, nicht um konkrete Betroffene.
Geben Sie dennoch keine internen Systemnamen, Kundennamen oder andere vertrauliche Details ein, wenn diese nicht für den Entwurf notwendig sind.
Passende Tools
- ChatGPT: gut für strukturierte Entwürfe mit klaren Pflichtangaben
- Claude: gut für differenzierte Formulierungen und längere Erklärungen
- Microsoft Copilot: sinnvoll, wenn Texte im Microsoft-365-Umfeld entstehen sollen
- Gemini: passend bei Google-Workspace-Nutzung
Passende Glossarbegriffe
- Prompt
- DSGVO und KI
- Personenbezogene Daten
- Datenschutz bei KI
- Datenschutz-Folgenabschätzung
- Dokumentationspflicht
