Präsentationen mit KI vorbereiten: Struktur vor Folien

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Wer KI direkt für Folien nutzt, überspringt oft den wichtigsten Schritt: die inhaltliche Struktur. Mit KI zuerst den Aufbau einer Präsentation zu entwickeln, spart mehr Zeit als das direkte Erstellen von Folieninhalten.

Viele greifen bei Präsentationen direkt zu Folien-Tools oder bitten KI, sofort Inhalte für Slides zu formulieren. Das Ergebnis ist oft: sechs Folien mit Bulletpoints, die keinen klaren roten Faden haben.

KI ist besonders nützlich, wenn man sie nicht als Foliengenerator verwendet, sondern als Denkpartner für Struktur, Argument und Zielgruppe — bevor die erste Folie entsteht.

Warum Struktur vor Folien entscheidend ist

Eine Präsentation überzeugt nicht durch schöne Folien, sondern durch Klarheit: Worum geht es? Was soll das Publikum verstehen oder entscheiden? Was kommt zuerst?

Wenn diese Fragen nicht beantwortet sind, produziert KI gut formatierte Folien ohne inhaltliche Logik. Die Korrektur danach kostet mehr Zeit als eine gute Vorbereitung vorher.

Schritt 1: Ziel und Zielgruppe klären

Bevor Sie einen Prompt schreiben, beantworten Sie diese Fragen:

  • Wer ist das Publikum? (Fachkenntnisstand, Erwartungen, Entscheidungsbefugnis)
  • Was soll das Publikum nach der Präsentation tun oder wissen?
  • Wie viel Zeit haben Sie?
  • Welcher Ton passt zum Kontext? (intern, extern, formell, informell)
  • Welche eine Kernbotschaft soll hängen bleiben?

Schritt 2: KI für den Strukturentwurf nutzen

Mit diesen Vorgaben können Sie KI bitten, eine Gliederung zu entwickeln. Beispielprompt:

Ich bereite eine Präsentation für mein Team vor (ca. 20 Personen, gemischtes Fachpublikum, interne Besprechung).

Thema: Einführung eines neuen Projektmanagement-Tools im Unternehmen
Dauer: ca. 15 Minuten
Ziel: Das Team soll den Nutzen des Tools verstehen und bereit sein, es ab nächster Woche zu testen.

Schlagen Sie eine Gliederung mit 5–7 Abschnitten vor. Jeder Abschnitt mit Titel und einem Satz, was dort behandelt wird. Begründen Sie kurz die Reihenfolge.

Erstellen Sie noch keine Folieninhalte.

Schritt 3: Struktur prüfen und anpassen

Die KI-Gliederung ist ein Vorschlag, kein Ergebnis. Prüfen Sie:

  • Ist der rote Faden erkennbar?
  • Passt die Reihenfolge zur Zielgruppe?
  • Fehlen wichtige Abschnitte?
  • Gibt es Dopplungen?
  • Ist das Ziel am Ende der Präsentation klar erreichbar?

Erst wenn die Struktur stimmt, geht es an die Inhalte.

Schritt 4: Folieninhalte entwickeln

Für einzelne Abschnitte können Sie jetzt gezielte Prompts formulieren. Zum Beispiel:

Formulieren Sie den Inhalt für Abschnitt 2 der Präsentation: "Warum wir das Tool brauchen."

Kontext: Wir nutzen aktuell keine einheitliche Projektmanagement-Lösung. Das führt zu Informationsverlust und doppelter Arbeit.

Format: maximal 4 Bulletpoints für die Folie + ein kurzer Sprechertext (ca. 60 Wörter), den ich als Moderationsnotiz verwenden kann.

Ton: sachlich, keine Dramatik, keine leeren Buzzwords.

Was KI bei Präsentationen nicht leistet

KI kennt Ihr Publikum nicht, Ihre Unternehmenskultur nicht und den Raum nicht, in dem Sie präsentieren. Sie kann keine inhaltlichen Entscheidungen treffen, die strategisches Urteil erfordern.

KI hilft besonders bei Formulierungen, Struktur, Varianten und Formulierungsvorschlägen — nicht bei der inhaltlichen Bewertung oder dem Urteil, was relevant ist.

Passende interne Inhalte

Prompt-Vorlage: Präsentationsstruktur erstellen

Use Case: Präsentationsstruktur mit KI erstellen

Passende Kurse:

Passende Glossarbegriffe:

Fazit

KI kann viel Arbeit bei Präsentationen abnehmen. Der Nutzen entsteht aber vor allem, wenn Sie die KI in der richtigen Reihenfolge einsetzen: zuerst Struktur, dann Inhalte.

Wer sofort Folieninhalte generiert, riskiert, eine gut formatierte Präsentation ohne klaren Kern zu erhalten. Wer zuerst denkt und dann formuliert, bekommt Ergebnisse, die wirklich verwendbar sind.

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