Preiserhöhung ankündigen

Use Case

Preiserhöhungen sind unangenehm zu kommunizieren — und werden oft schlechter gemacht als nötig. Mit KI lässt sich eine Ankündigung entwerfen, die ehrlich begründet, die Wirkung im Blick hat und die Beziehung zum Kunden erhält. Die Entscheidung über Preis und Begründung bleibt bei Ihnen.

Für: Vertrieb / Marketing · Niveau: Mittel · Tools: Claude, ChatGPT, Microsoft Copilot, DeepL Write

Für wen ist dieser Use Case geeignet?

Dieser Use Case eignet sich für alle, die Preiserhöhungen kommunizieren müssen: Vertrieb, Geschäftsführung, Kundenservice, Account-Management. Besonders relevant ist er bei langjährigen Kundenbeziehungen, in denen die Ankündigung mehr ist als eine Information.

Sie brauchen den geplanten neuen Preis, den Grund für die Erhöhung und eine Vorstellung davon, wer angesprochen wird. Je präziser die Vorinformationen, desto belastbarer der Entwurf.

Ausgangsproblem

Preiserhöhungsschreiben sind oft entweder zu defensiv (mit Floskeln vom „Marktumfeld“ und „Inflationsanstieg“) oder zu kurz (drei Sätze, die wie eine Pflichtmitteilung wirken). Beides verfehlt die Wirkung: Der Kunde fühlt sich nicht ernst genommen oder fühlt sich abgespeist.

Eine gute Preiserhöhungsankündigung folgt einem klaren Muster: ehrlich benennen, was passiert, ehrlich begründen warum, deutlich machen was bleibt. KI hilft, dieses Muster zuverlässig zu treffen — und gibt Raum, die Tonalität auf die konkrete Kundenbeziehung anzupassen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Eckdaten der Preiserhöhung sammeln

Notieren Sie die Fakten:

  • Aktueller Preis und neuer Preis (absolut und prozentual)
  • Wann tritt die Erhöhung in Kraft?
  • Welche Leistungen sind betroffen — alle oder nur ein Teil?
  • Welche Begründung steht dahinter? (Kosten, Investitionen, Anpassung)
  • Was bleibt unverändert? (Qualität, Service, Ansprechpartner)

Schritt 2: Zielgruppe und Beziehung beschreiben

Beschreiben Sie den Empfängerkreis:

  • Stammkunden mit langjähriger Beziehung
  • Neukunden, die kürzlich gewonnen wurden
  • B2B- oder B2C-Kunden
  • Größe des Kundenkreises (einzelner Großkunde, ganzer Verteiler)
  • Letzter Preiskontakt — wann gab es zuletzt eine Erhöhung?

Schritt 3: Begründungsraster festlegen

Klären Sie für sich, welche Begründungen tragfähig sind:

  • Echte Kostentreiber (Material, Personal, Energie)
  • Investitionen, die der Kunde mittragen soll
  • Marktanpassung, ohne Floskel
  • Was nicht als Begründung dient (z. B. „weil andere auch teurer geworden sind“ ist schwach)

Schritt 4: KI mit Eckdaten und Raster füttern

Geben Sie der KI alle Eckdaten und das Begründungsraster. Bitten Sie sie um einen Entwurf mit klarem Aufbau: Was ändert sich, warum, was bleibt gleich, was ist der nächste Schritt.

Schritt 5: Entwurf auf Floskeln und Schwächen prüfen

Lesen Sie den Entwurf kritisch:

  • Sind die Begründungen konkret oder floskelhaft?
  • Wird der Kunde wertschätzend angesprochen, ohne anbiedernd zu wirken?
  • Ist der neue Preis klar und ohne Beschönigung benannt?
  • Ist erkennbar, was unverändert bleibt?
  • Gibt es einen klaren Ansprechpartner für Rückfragen?

Beispielprompt

Ich brauche einen Entwurf für eine Preiserhöhungsankündigung.

Eckdaten:
- Aktueller Preis: [z. B. 850 Euro pro Monat]
- Neuer Preis: [z. B. 920 Euro pro Monat]
- Prozentuale Veränderung: [z. B. +8,2 %]
- Inkrafttreten: [Datum]
- Betroffene Leistungen: [alle / Teilbereich nennen]
- Was bleibt unverändert: [z. B. Servicelevel, Ansprechpartner]

Begründung:
[konkret, z. B. „Materialkosten sind seit 2024 um 18 % gestiegen, Personalkosten um 9 %"]

Empfängerkreis:
- Beziehung: [Stammkunden seit 2019 / Neukunden / gemischt]
- Geschäftsbeziehung: [B2B / B2C]
- Letzte Preisänderung: [wann zuletzt erhöht, um wie viel]
- Größe des Verteilers: [einzelner Kunde / 200 Kunden]

Tonalität: [sachlich-respektvoll / wertschätzend-ehrlich / business-direkt]

Aufgabe:
1. Schreibe einen Entwurf mit klarem Aufbau:
   - Was ändert sich (2 bis 3 Sätze)
   - Warum (3 bis 4 Sätze mit konkreter Begründung, ohne Floskeln)
   - Was bleibt gleich (2 bis 3 Sätze)
   - Nächster Schritt und Ansprechpartner (1 bis 2 Sätze)

2. Markiere Stellen, die floskelhaft wirken könnten („Marktumfeld", „herausfordernde Zeiten", „selbstverständlich"). Schlage konkretere Formulierungen vor.

3. Gib zwei Varianten für den Einstieg: einmal direkt, einmal abwägender.

Wichtig:
- Sietzen, nicht gendern.
- Den neuen Preis klar nennen, nicht versteckt.
- Keine Versprechen ohne Deckung („Wir garantieren, dass wir nicht wieder erhöhen").
- Erfinde keine Zahlen oder Gründe, die nicht im Kontext stehen.

Qualitätscheck

Bevor Sie die Preiserhöhungsankündigung versenden, prüfen Sie:

  • Ist der neue Preis klar und ohne Beschönigung benannt?
  • Ist die Begründung konkret und nachvollziehbar — oder floskelhaft?
  • Wird klar, was unverändert bleibt?
  • Gibt es einen klaren Ansprechpartner für Rückfragen?
  • Passt die Tonalität zur Kundenbeziehung?

Ein guter Test: Lesen Sie die Ankündigung aus Kundensicht. Fühlen Sie sich ernst genommen? Ist die Erhöhung nachvollziehbar? Würden Sie nach dem Lesen noch das Produkt nutzen wollen? Wenn nein, ist der Ton noch nicht stimmig.

Risiken und Grenzen

KI tendiert dazu, Preiserhöhungen weichzuspülen — mit Floskeln, indirekten Formulierungen, übermäßiger Wertschätzung. Das Ergebnis wirkt unehrlich. Konkrete Zahlen und klare Begründungen müssen Sie aktiv durchsetzen, sonst landet der Entwurf im üblichen Floskel-Stil.

Eine Preiserhöhungsankündigung kann vertraglich relevant sein — bei Verträgen mit Preisanpassungsklauseln, Kündigungsoptionen oder Mindestlaufzeiten. KI kennt diese Klauseln nicht. Lassen Sie die finale Fassung von Vertrieb oder Recht prüfen.

Datenschutzhinweis

Preiserhöhungsschreiben enthalten oft Vertragsdaten, Kundenbeziehungen und Geschäftszahlen. Geben Sie diese nur in Tools ein, die für die jeweilige Datenklasse freigegeben sind.

Wenn keine Freigabe besteht, anonymisieren Sie vor dem Einsatz. Konkrete Kundennamen und Vertragsnummern lassen sich durch Platzhalter ersetzen — der Wirkungstest bleibt prüfbar.

Passende Tools

  • Claude: differenziert bei sensiblen Themen, formuliert respektvoll ohne anbiedernd zu werden
  • ChatGPT: flexibel im Strukturaufbau, gut für unterschiedliche Tonalitäten
  • Microsoft Copilot: praktisch in Outlook — Entwurf direkt im Mailprogramm
  • DeepL Write: gut für Stil-Feinschliff und Tonalitäts-Justierung

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