Speaker-Notes und Sprechertext zu Folien generieren

Use Case

Wer Folien gebaut hat, weiß meist, was er dazu sagen will — aber selten ausformuliert. Mit KI lassen sich Speaker-Notes systematisch zu jeder Folie erzeugen: als Stütze für den Vortrag, als Handout für Kollegen oder als Grundlage für die Vertretung.

Für: Allgemein · Niveau: Einsteiger · Tools: Gamma, ChatGPT, Claude, Microsoft Copilot

Für wen ist dieser Use Case geeignet?

Dieser Use Case eignet sich für alle, die Präsentationen halten oder weitergeben: Vertrieb, Schulung, Beratung, Geschäftsführung, Projektleitung. Besonders relevant ist er, wenn die Präsentation auch von anderen gehalten wird oder als eigenständiges Dokument weitergegeben wird.

Sie brauchen die Folien und ein klares Bild davon, wer den Vortrag halten wird und in welchem Kontext. Je mehr Kontext, desto passender werden die Notes.

Ausgangsproblem

Viele Präsentationen leben vom Sprecher — die Folien selbst sagen wenig, die wichtigen Aussagen kommen im Vortrag. Wenn jemand anderes die Präsentation halten soll oder die Folien später nachgelesen werden, fehlt der entscheidende Teil.

Speaker-Notes sind das Bindeglied: kurz genug, um nicht abgelesen zu werden, vollständig genug, um den roten Faden zu sichern. KI hilft, sie systematisch zu erzeugen und auf Folie und Anlass abzustimmen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Folie und Kernaussage übergeben

Geben Sie der KI den Folientext und eine kurze Erklärung der Kernaussage. Das hilft der KI, die Notes inhaltlich treffsicher zu schreiben, statt frei zu interpretieren.

Schritt 2: Vortragskontext beschreiben

Beschreiben Sie kurz, in welchem Rahmen die Präsentation gehalten wird:

  • Anlass (z. B. Vertriebstermin, Schulung, Strategiemeeting)
  • Publikum (Rolle, Vorwissen, Erwartung)
  • Zeitbudget pro Folie (z. B. 60 Sekunden)
  • Tonalität (sachlich, lebendig, formal)
  • Wer hält den Vortrag (Sie selbst, ein Kollege, jemand mit weniger Vorwissen)

Schritt 3: Längen- und Strukturraster setzen

Geben Sie der KI Vorgaben für Länge und Struktur:

  • Maximale Wortzahl pro Folie (z. B. 80 bis 120 Wörter)
  • Drei Teile pro Notiz: Einstieg, Kernaussage, Übergang zur nächsten Folie
  • Aktive Sprache, kurze Sätze
  • Keine zusätzlichen Fakten erfinden, nur was auf der Folie steht oder im Kontext genannt wurde

Schritt 4: Notes generieren lassen

Bitten Sie die KI, für jede Folie eine Notiz nach dem definierten Raster zu schreiben. Bei einer ganzen Präsentation lohnt es sich, die Folien einzeln zu übergeben — sonst werden die Notes der späteren Folien oft kürzer und oberflächlicher.

Schritt 5: Notes auf eigene Sprache umschreiben

KI-generierte Notes klingen oft glatt und unpersönlich. Lesen Sie jede Notiz durch und passen Sie Formulierungen so an, dass sie zu Ihrer eigenen Sprechweise passen. Markieren Sie Stellen, an denen Sie spontan etwas ergänzen wollen.

Beispielprompt

Ich habe folgende Folie und brauche Speaker-Notes dafür.

Folientext:
[Überschrift, Bulletpoints, ggf. visuelle Elemente einfügen]

Kernaussage in einem Satz: [Was soll das Publikum mitnehmen?]

Kontext:
- Anlass: [z. B. Vertriebstermin, Strategiemeeting, Schulung]
- Publikum: [Rolle, Vorwissen, Erwartung]
- Zeitbudget: [z. B. 60 Sekunden pro Folie]
- Tonalität: [sachlich / lebendig / formal]
- Sprecher: [ich selbst / Kollege mit weniger Vorwissen]

Aufgabe:
Schreibe eine Speaker-Notiz für diese Folie. Aufbau:
1. Einstieg (1 bis 2 Sätze, der Folie Kontext geben)
2. Kernaussage (2 bis 3 Sätze, der Inhalt, der hängenbleiben soll)
3. Übergang (1 Satz, der zur nächsten Folie führt)

Vorgaben:
- Insgesamt 80 bis 120 Wörter
- Kurze Sätze, aktive Sprache
- Keine zusätzlichen Fakten oder Zahlen erfinden
- Sietzen, nicht gendern

Wichtig:
- Die Notiz soll vorgetragen werden, nicht abgelesen. Schreibe in mündlicher, nicht in schriftlicher Sprache.

Qualitätscheck

Bevor Sie die Speaker-Notes verwenden, prüfen Sie:

  • Passt jede Notiz zur Folie — bezieht sie sich auf die Bulletpoints?
  • Liest sie sich mündlich, nicht schriftlich? (kurze Sätze, aktive Sprache)
  • Ist die Länge angemessen für das Zeitbudget pro Folie?
  • Bleibt die Kernaussage klar erkennbar?
  • Funktioniert der Übergang zur nächsten Folie?

Ein guter Test: Lesen Sie die Notiz laut vor. Wenn Sie an mehreren Stellen ins Stocken kommen oder umformulieren wollen, ist sie noch nicht für den mündlichen Vortrag tauglich.

Risiken und Grenzen

KI-Notes klingen oft sehr ähnlich — ein einheitlicher Stil, der nichts mit Ihrer eigenen Sprechweise zu tun hat. Wer sie unverändert übernimmt, wirkt im Vortrag wie eine Tonbandaufnahme. Notes immer auf die eigene Sprache umschreiben.

Wenn der Folientext sehr knapp ist, ergänzt die KI manchmal Inhalte, die gar nicht zur Präsentation gehören. Prüfen Sie inhaltliche Aussagen daraufhin, ob sie wirklich Teil Ihres Vortrags sind oder von der KI dazuerfunden wurden.

Datenschutzhinweis

Folien und ihre Kontextbeschreibung enthalten oft interne Informationen. Geben Sie diese nur in Tools ein, die für die jeweilige Datenklasse freigegeben sind.

Wenn keine Freigabe besteht, anonymisieren Sie kritische Stellen — die Notes lassen sich auch mit Platzhaltern erzeugen.

Passende Tools

  • Gamma: erzeugt Sprechertext direkt zu generierten Folien
  • ChatGPT: gut für strukturierte Notes mit klaren Rastern
  • Claude: differenziert in der Tonalität, passt sich gut an Zielgruppe an
  • Microsoft Copilot: kann Notes direkt in PowerPoint einfügen

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