Use Case
Mit KI können Sie aus öffentlich zugänglichen Quellen schnell ein strukturiertes Wettbewerber-Briefing erstellen: Positionierung, Angebote, Kommunikation, Stärken und Schwächen. Wichtig ist, dass Sie die Ergebnisse kritisch prüfen und nur öffentliche Informationen verwenden.
Für wen ist dieser Use Case geeignet?
Dieser Use Case eignet sich für Vertrieb, Marketing, Strategie und Geschäftsführung — für alle, die einen Überblick über den Wettbewerb brauchen, um eigene Angebote zu positionieren oder Gespräche vorzubereiten.
Hilfreich ist er vor Pitch-Terminen, Strategiemeetings oder Produkt-Repositionierungen.
Ausgangsproblem
Wettbewerbsanalysen entstehen oft ad hoc: jemand googelt kurz, schaut auf die Konkurrenz-Website, schreibt Stichpunkte. Das kostet Zeit und führt selten zu einem vollständigen Bild.
KI kann helfen, öffentlich zugängliche Informationen schneller zu aggregieren und in eine Struktur zu bringen. Sie arbeitet dabei ausschließlich mit Informationen, die öffentlich bekannt sind oder aus Ihrem Prompt stammen. Sie hat keine Echtzeit-Daten und kann keine internen Informationen von Wettbewerbern kennen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Analyseumfang festlegen
Entscheiden Sie, welche Wettbewerber analysiert werden sollen und mit welchem Fokus:
- Direkte Wettbewerber oder Alternativanbieter?
- Fokus auf Produkte und Preise, Positionierung oder Kommunikation?
- Wie aktuell muss die Analyse sein?
- Für welchen Zweck: Pitch-Vorbereitung, Strategie, Marketing?
Schritt 2: Öffentliche Quellen sichten
Sammeln Sie relevante, öffentlich zugängliche Informationen zu jedem Wettbewerber:
- Website: Produktbeschreibungen, Pricing, Zielgruppen
- LinkedIn: Unternehmensgröße, Stellenanzeigen als Hinweis auf Strategie
- Pressemitteilungen und News
- Bewertungsplattformen: Kununu, Trustpilot, G2
- Fachartikel und Interviews
Schritt 3: KI zur Strukturierung nutzen
Fügen Sie die gesammelten Informationen ein und lassen Sie die KI ein Briefing in Ihrem gewünschten Format erstellen. Alternativ beschreiben Sie, was Sie wissen, und lassen Sie die KI strukturieren.
Schritt 4: Mit eigener Einschätzung ergänzen
Ein gutes Wettbewerber-Briefing enthält nicht nur Fakten, sondern auch Interpretation. Ergänzen Sie die KI-Ausgabe mit Ihrer eigenen Einschätzung zu Stärken, Schwächen und strategischen Risiken.
Schritt 5: Briefing prüfen und freigeben
Prüfen Sie vor der Weitergabe:
- Sind alle Angaben mit öffentlichen Quellen belegbar?
- Hat die KI Informationen erfunden oder Quellen nicht korrekt wiedergegeben?
- Gibt es Aussagen, die intern oder als vertraulich behandelt werden sollten?
Beispielprompt
Erstelle ein strukturiertes Wettbewerber-Briefing auf Basis der folgenden Informationen.
Wettbewerber: [Name des Unternehmens]
Analysezweck: [z. B. Pitch-Vorbereitung, Strategiemeeting, Produktvergleich]
Bekannte Informationen: [Stichpunkte oder Textausschnitte aus öffentlichen Quellen]
Format:
1. Kurzprofil (Größe, Markt, Positionierung)
2. Produktangebot und Zielgruppe
3. Preispositionierung (sofern bekannt)
4. Kommunikation und Stärken im Außenauftritt
5. Mögliche Schwächen oder Lücken (aus öffentlichen Informationen ableitbar)
6. Relevanz für unser Unternehmen: Wo sind wir besser, wo liegen Risiken?
Wichtig:
- Verwende nur Informationen, die ich bereitgestellt habe oder die öffentlich zugänglich sind.
- Kennzeichne Aussagen, die Interpretationen sind, als solche.
- Erfinde keine Zahlen, Fakten oder Zitate.
Qualitätscheck
Vor der Weitergabe des Briefings prüfen Sie:
- Sind alle Fakten mit öffentlichen Quellen belegbar?
- Hat die KI Informationen hinzugefügt, die nicht im Prompt standen?
- Sind Interpretationen und Fakten klar unterschieden?
- Ist das Briefing für den vorgesehenen Empfängerkreis angemessen?
- Gibt es Aussagen, die bei Weitergabe als vertraulich eingestuft werden könnten?
Ein KI-gestütztes Wettbewerber-Briefing ist schnell erstellt, aber immer nur so gut wie die Quellen, die eingegeben wurden. Kritisches Urteil ersetzt es nicht.
Risiken und Grenzen
KI kann Informationen erfinden oder veraltete Daten als aktuell darstellen. Besonders bei Preisen, Produktnamen und Unternehmensgrößen ist Vorsicht geboten.
Informationen über Wettbewerber, die nicht aus öffentlichen Quellen stammen — etwa aus Kundengesprächen oder Gerüchten — gehören nicht in diesen Use Case. Sie könnten rechtlich oder ethisch problematisch sein.
KI-Einschätzungen zu Stärken und Schwächen klingen oft plausibler als sie sind. Prüfen Sie diese immer mit eigener Marktkenntnis.
Datenschutzhinweis
Verwenden Sie für diesen Use Case ausschließlich öffentlich zugängliche Informationen. Interne Informationen über Wettbewerber, die aus vertraulichen Gesprächen oder nicht-öffentlichen Quellen stammen, dürfen nicht in KI-Tools eingegeben werden.
Auch für Wettbewerber-Briefings gilt: Geben Sie keine personenbezogenen Daten zu Mitarbeitenden von Wettbewerbern ein.
Passende Tools
- ChatGPT: gut für strukturierte Briefings aus vorbereiteten Quellen
- Perplexity: besonders nützlich für Recherche mit aktuellen, belegten Quellen
- Claude: gut für differenzierte Einschätzungen und längere Dokumente
- Microsoft Copilot: sinnvoll, wenn das Briefing direkt in Word oder PowerPoint entsteht
