Use Case
Mit KI lassen sich eine Vertriebs-Mail in wenigen Minuten schärfen: konkreter Aufhänger, klarer Nutzen, eine eindeutige Anschlussfrage. Die KI macht den Entwurf, Sie sorgst für Beziehung und Substanz.
Für wen ist dieser Use Case geeignet?
Dieser Use Case eignet sich für Vertrieb, Account Management, Selbstständige und alle, die Erst- oder Folge-Mails an Kunden verschicken.
Besonders hilfreich ist er bei kalten Erstkontakten, bei denen jede Zeile darüber entscheidet, ob die Mail gelesen wird.
Ausgangsproblem
Viele Vertriebs-Mails klingen selbstbezogen: „Wir sind“, „Wir bieten“, „Wir freuen uns“. Empfänger fragen sich, was das mit ihnen zu tun hat. Eine starke Mail beginnt mit dem Empfänger, nicht mit Ihnen.
KI kann Mails strukturieren, schärfen und auf den Empfänger ausrichten — wenn Sie Kontext zum Empfänger und zur Beziehung mitgeben.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Empfänger und Anlass scharf machen
Notiere:
- Wer ist der Empfänger (Rolle, Branche, Situation)?
- Welcher konkrete Anlass führt zur Mail?
- Welche bisherige Berührung gab es?
- Welche Frage soll am Ende stehen?
Schritt 2: Nutzen und Beleg sammeln
Sammeln Sie 2-3 konkrete Punkte, die für den Empfänger relevant sein könnten: ein konkretes Ergebnis, ein konkreter Anlass, eine konkrete Beobachtung.
Schritt 3: KI Entwurf erstellen lassen
Übergeben Sie Empfänger-Kontext, Anlass, Nutzenargumente und gewünschten Ton. Lassen Sie sich zwei oder drei Varianten geben, etwa eine knappe und eine etwas ausführlichere.
Schritt 4: Erstes Satz schärfen
Der erste Satz entscheidet, ob die Mail weitergelesen wird. Streichen Sie jeden Satz, der mit „Wir“ oder „Ich“ beginnt, wenn er nicht zwingend ist. Ersetze durch Bezug zum Empfänger.
Schritt 5: Klare Anschlussfrage einbauen
Eine gute Vertriebs-Mail endet nicht mit „freue mich auf Rückmeldung“, sondern mit einer konkreten Frage oder Option. Beispiel: „Würde ein 20-Minuten-Gespräch am Dienstag oder Donnerstag passen?“
Beispielprompt
Schärfe die folgende Vertriebs-Mail oder erstelle eine neue aus dem Briefing.
Empfänger:
[Rolle, Branche, Unternehmen, ggf. Situation]
Beziehung bisher:
[z. B. erster Kontakt, eine Empfehlung, einmal getroffen]
Anlass:
[konkreter Aufhänger, z. B. neues Thema beim Empfänger, Branchenentwicklung]
Nutzenargumente:
- [konkret 1]
- [konkret 2]
- [konkret 3]
Ton:
[z. B. sachlich-direkt, leicht persönlich]
Aufgabe:
1. Schlage zwei Mail-Varianten vor: kurz (max 90 Wörter) und etwas ausführlicher (max 140 Wörter).
2. Beginne nicht mit „Wir" oder „Ich", sondern mit Bezug zum Empfänger.
3. Vermeide Floskeln, Buzzwords und Eigenwerbung.
4. Ende beide Varianten mit einer klaren Anschlussfrage oder Option.
5. Erfinde keine Inhalte oder Ergebnisse.
Qualitätscheck
Vor dem Versenden prüfe die Mail:
- Beginnt die Mail mit dem Empfänger, nicht mit Ihnen?
- Steht ein konkreter Anlass im ersten Absatz?
- Ist der Nutzen für den Empfänger spürbar?
- Endet die Mail mit einer klaren Anschlussfrage?
- Sind Buzzwords und Floskeln gestrichen?
Ein guter Test: Würden Sie die Mail in einer überfüllten Mailbox bewusst öffnen wollen?
Risiken und Grenzen
KI-Mails klingen schnell freundlich-glatt und damit beliebig. Wer ungeprüft sendet, riskiert Mails, die professionell wirken, aber wenig Aufmerksamkeit erzeugen.
Außerdem kann die KI Behauptungen einbauen, die nicht stimmen. Wer Empfänger oder eigene Leistungen falsch beschreibt, verliert Vertrauen vor dem ersten Gespräch.
Datenschutzhinweis
Geben Sie keine vertraulichen Informationen über Empfänger oder eigene Kunden in offene KI-Tools, wenn dafür keine Freigabe besteht. Anonymisiere, wo nötig.
In Unternehmen sollten Vertriebs-Tools mit klarer Datenschutzklausel und vorhandener Vertragsbasis bevorzugt werden.
Passende Tools
- ChatGPT: gut für Varianten und unterschiedliche Tonalitäten
- Claude: gut für längere Mails mit feinem Stil
- Microsoft Copilot: naheliegend, wenn Mails direkt in Outlook geschrieben werden
- DeepL Write: sinnvoll für sprachliche Politur
Passende Glossarbegriffe
Passende Kurse
- Sicher starten mit KI
- KI im Arbeitsalltag anwenden
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