Recherche mit KI strukturieren

Use Case

Mit KI lassen sich Recherche von der ersten Frage bis zur strukturierten Zusammenfassung systematisch führen. Die KI hilft beim Ordnen, Vergleichen und Verdichten — die Quellen prüfen Sie.

Für: Allgemein · Niveau: Einsteiger · Tools: Perplexity, NotebookLM, Claude, ChatGPT

Für wen ist dieser Use Case geeignet?

Dieser Use Case eignet sich für Beratung, Strategie, Marketing, Forschung, Lehre und alle, die regelmäßig in neue Themenfelder einsteigen.

Besonders hilfreich ist er zu Projektbeginn, wenn das Thema klar ist, aber noch keine sortierten Quellen vorliegen.

Ausgangsproblem

Recherche scheitert selten am Mangel an Material, sondern an der Struktur. Wer ohne Plan startet, sammelt schnell viele Seiten, die später kaum verwertbar sind.

KI kann helfen, indem sie Fragen schärft, Themenfelder strukturiert und Zwischenergebnisse zusammenfasst. Die Quellenprüfung bleibt Ihre Aufgabe.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Recherche-Frage scharf formulieren

Bevor Sie loslegst, kläre die Frage so präzise wie möglich. Eine gute Recherche-Frage:

  • ist auf eine bestimmte Entscheidung oder Wissenslücke gerichtet
  • hat einen klaren Zeit- und Geltungsrahmen
  • lassen sich in Teil-Fragen zerlegen

Schritt 2: Themenfelder und Suchpfade vorstrukturieren

Lassen Sie die KI die Frage in Teilthemen und mögliche Suchpfade zerlegen. Daraus entsteht der Rechercheplan.

Schritt 3: Quellen sammeln und prüfen

Nutzen Sie KI-Tools mit Webzugriff oder klassische Recherche, um Quellen zu finden. Jede Quelle einmal selbst öffnen und einordnen, statt nur die KI-Zusammenfassung zu lesen.

Schritt 4: KI strukturierte Zwischenergebnisse erstellen lassen

Übergeben Sie die geprüften Quellen und lass die KI je Teilthema eine knappe Zusammenfassung mit Quellenangaben erstellen.

Schritt 5: Eigene Sicht ergänzen

Recherche wird erst nützlich, wenn Sie sie mit Ihrem fachlichen Urteil verbinden. Ergänzen Sie Bewertung, offene Fragen und Empfehlungen.

Beispielprompt

Unterstütze mich bei einer Recherche.

Frage:
[konkrete Recherche-Frage]

Anwendungskontext:
[z. B. Strategie-Entscheidung, Kundenpräsentation, Konzept]

Zeit- und Geltungsrahmen:
[z. B. „nur Deutschland, letzte 24 Monate"]

Aufgabe:
1. Zerlege die Frage in 4-6 sinnvolle Teilthemen.
2. Schlage pro Teilthema mögliche Quellenarten vor (z. B. Studien, Branchenberichte, Standards).
3. Markiere Teilthemen, die besonders aktuell oder strittig sind.
4. Hinweise auf typische Fehler bei dieser Art von Recherche.

Wichtig:
- Erfinde keine konkreten Studien oder Quellen.
- Wenn etwas an der Frage unklar ist, frage am Ende nach.

Qualitätscheck

Vor der Übergabe der Recherche prüfe:

  • Beantwortet die Recherche die ursprüngliche Frage?
  • Sind die Quellen einzeln geprüft, nicht nur via KI gelesen?
  • Sind kontroverse Punkte sichtbar oder geglättet?
  • Sind offene Fragen klar markiert?
  • Trägt die Recherche eine eigene Bewertung?

Ein guter Test: Könnte ein Empfänger die Recherche für eine Entscheidung nutzen, ohne ergänzend selbst zu suchen?

Risiken und Grenzen

KI-Tools können Quellen erfinden, die überzeugend klingen. Wer Links nicht öffnet und Studien nicht prüft, riskiert eine Recherche, die sauber aussieht, aber auf Halluzinationen aufbaut.

Außerdem neigen KI-Zusammenfassungen dazu, kontroverse Punkte zu glätten. Wer eine ehrliche Übersicht braucht, sollte gezielt nach Gegenargumenten fragen.

Datenschutzhinweis

Wenn Ihre Recherche-Frage vertrauliche Inhalte berührt, etwa Strategien, Kunden oder interne Veränderungen, formuliere die Frage abstrahiert für offene Tools.

In Unternehmen sollten Recherchen mit sensiblem Kontext über geprüfte Tools laufen.

Passende Tools

  • Perplexity: gut für Webrecherche mit klaren Quellenangaben
  • NotebookLM: gut, wenn vorhandene Quellen strukturiert werden sollen
  • Claude: gut für ausgearbeitete Strukturen und kritische Sicht
  • ChatGPT: gut für Themenfelder und Frage-Zerlegung

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